Zwischen zwei Träumen Book Cover Zwischen zwei Träumen
Selim Özdogan
Roman
editionLübbe
13. Januar 2009
448

Eines der besten superfiktionalen Settings, die in deutscher Sprache geschrieben wurden!

Protagonist Nesta nimmt uns mit in eine zerrüttete Stadt, in der eine Droge kursiert die es möglich macht, die Träume anderer zu träumen - wann immer man es will.

Im Rausch tauschen die Figuren des Romans Stück für Stück ihr echtes Leben gegen die Träume anderer ein, zelebrieren Koryphäen des Träumens wie Popstars und verlieren sich langsam aber sicher dabei.

Das Buch hält neben tollen Atmosphären auch kluge, witzige und irre Dialoge bereit - und einige Wendungen, die man sich nicht zu erträumen wagt.

Wer die Mischung zwischen Kreuzbergroman, Himmelfahrts-Science-Fiction und mise en abyme auslässt, ist selber Schuld.

 

{ 0 comments }

Leben Book Cover Leben
David Wagner
Roman
Rowohlt
22. Februar 2013
288

Das Leben als Warteschleife

Als der erste erlösende Anruf kommt, man habe eine Spenderleber gefunden, tut der Protagonist nichts. Was soll er auch tun, ist er doch allein gewöhnt ans Warten? Warten auf die Diagnose, warten auf das Organ, warten auf den Tod...

Mit transparenter Sprache, die zu Beginn irritierend intensiv entschleunigt, fängt Wagner das Warten, dass auch nach Annahme eines Spenderorgans nicht abbricht, ein und nimmt den Leser mit auf die verschiedenen, doch kaum zu unterscheidenden Stationen des Protagonisten. Eingesponnen ins Warten fällt der Blick auf Dinge, die sonst übersehen werden.

Fazit: Lohnenswerte Lesereise in fast schon ätherische Sprachräume.

{ 0 comments }

Nachhinein Book Cover Nachhinein
Lisa Kränzler
Roman
Verbrecher Verlag
22. Februar 2013
300

Verstörung, die lohnt.

Dieses Buch gehört zu den Literaturstücken, die nachhallen. Im Nachhinein für den Leser schmerzt es hier allerdings gewaltig. Schuld daran - und das im positivsten Sinne -  ist die Autorin, die anhand der Geschichte zweier junger Freundinnen die Brutalität der schicksalhaft zugelosten Lebensumstände und ihrer Konsequenzen für Jasmin, die auch Justine oder Celine heißen könnte, gnadenlos seziert.

Der Roman verdeutlicht mit bemerkenswerter Schlagkraft, wie Lebensgeschichten sich wenden, auseinandergehen und gegen die Wand fahren - aus Gründen, die dem Zufall obliegen. Behütetes Elternhaus vs. Szenen aus Chantalismus-Klischees - am Ende die Frage, ob man die Geschichte auch anders schreiben kann.

Lesen!

{ 0 comments }

Tocotronic Mood.

Februar 28, 2013

Was ist denn da los? Liegt vermutlich im Winter. Langsam kommt man sich vor wie im grauen Seattle… Für alle, die das auch fast vergessen:

Tocotronic

{ 0 comments }

An dieser Stelle nochmals vielen Dank für das Ticket – in knapp zwei Wochen geht´s los, hier lest ihr dann alles, was ihr zur SEO CAMPIXX 2013 wissen solltet. :)

Ich bin schon wahnsinnig gespannt auf den Next Level Day und die folgenden Tage – mit den Stars der SEO Szene from Tschörmänie kann gehirnschmalztechnisch ja nix mehr schiefgehen. Und weil das Video zur Campixx so witzig ist, stell ich´s auch hier einfach mal rein…

Viel Späßchen und bis bald,

Wiebke

 

{ 0 comments }

ConventionCamp 2012

November 17, 2012

Die Internet (Un)konferenz in Hannover

Noch gut eine Woche, dann öffnet das ConventionCamp 2012 seine Pforten! Neben spannenden Diskussionen zur Zukunft des Digital Business werden auch in diesem Jahr hochkarätige Referenten konkrete Fragestellungen behandeln, die neben Forschern und Digital Natives auch für Agenturen interessieren dürften. Mit 1500 Besuchern zählt das ConventionCamp zu den wichtigsten und auch größten deutschen Fachkonferenzen rund um digitale Trends und die digitale Wirtschaft. Dass das ConventionCamp neue Wege in Sachen Konferenzen beschreitet (nicht umsonst heißt das ganze (Un)konferenz), wird schon im Vorfeld klar. Schon jetzt wird das Netzwerken nämlich konkret.

Networking schon vor Konferenz-Start erwünscht und ermöglicht

OpenSession der Konferenz 2011

Mit der Einladung zum Congreet kann man schon vor der Konferenz mit interessanten Leuten Kontakt aufnehmen und sich verabreden, um in Hannover dann persönlich zu werden… Die Filtermöglichkeiten nach Interessen, Schwerpunkten und fachlichen Qualifikationen bringen Webworker mit Wissenschaftlern und Head Hunter mit High Potentials auf unkomplizierte Weise zusammen – schon dafür gibt es ein dickes „gefällt mir“. Man darf gespannt sein, wie das Social Media Angebot Einfluss auf den realen Austausch hat. Social Media, local und mobile Marketing ist der Schwerpunkt dieses Jahr, der mich am meisten interessiert. Was aber genau bietet der Mix aus Konferenz und BarCamp hier genau?

SoLoMo – der Drops ist noch lange nicht gelutscht

SoLoMo ist im fast vergangenen Jahr erst einmal gehypt, dann wieder ein wenig verschrien worden. Das ConventionCamp hat vermutlich auch deshalb einen Schwerpunkt aus dem debattenreichen Thema gemacht. Von medizinisch anmutenden Inputs wie neuronalen Prozessen während der Social Media Nutzung bishin zu konkreten Erfahrungsberichten unter dem Motto „We survived the Shitstorm“ verspreche ich mir einiges an Horizonterweiterungen – ob das alles so klappt wie ich es mir vorstelle, erfahrt ihr bald hier in einem ausführlichen ReCap! Während der Konferenz könnt ihr natürlich via Twitter live dabei sein – follow me to Hannover!

Bock, dabei zu sein?

Logo CCH

Hier könnt ihr euch noch Tickets sichern und dabei sein, wenn es nächste Woche konkret wird. Besonders toll: Studenten und Blogger kommen zu verdammt attraktiven Konditionen in den Genuss vom ConventionCamp. Zuschlagen lohnt sich hier also gleich doppelt! In diesem Sinne: wir sehen uns.

{ 0 comments }

Links sind auch nach dem Pinguin eine der begehrtesten Währungen im Netz. Zitiert werden und zitieren ist und bleibt für den Google-Roboter eben nach wie vor ein wichtiger Indikator zur Bewertung der „Wichtigkeit“ von Websites. Der Pagerank, dem schon das ein oder andere Mal der Tod attestiert wurde, ist auf allen bekannten Linktauschplattformen jedenfalls nach wie vor DER Messwert für den Geldwert der virtuellen Zitate. Die wenigsten wissen, dass Links im Prinzip nichts anderes sind als eine Literaturtheorie des Dialogischen, über die ganze Bibliotheken verfasst wurden und werden. Passend zur sommerlichen Hitze also anbei ein paar Worte, weshalb SEOs und Schöngeister in wenigstens einem Punkt gar nicht so weit auseinanderliegen.

Dialogisches Netz, Links und Zitate

Der russische Strukturalist Bachtin hat schon vor der wilden 1968er-Theorierevolution in seinem Werk „Das Wort im Roman“ auf den Wert dialogischer Strukturen – allerdings nicht im Netz, sondern in Büchern – aufmerksam gemacht. Quintessenz: Jedes Wort trägt dialogische Strukturen in sich, die sich durch den literarischen Text in einem karnevalesken Moment des Stimmgewirrs offenbaren können. Sounds strange, hä? Eine junge Dame hat seine Theorie zum Glück ausgeweitet und damit greifbarer gemacht – auch für die Suchmaschinen. Julia Kristeva heißt die besagte, und 1967 (oh ja, eine wilde Zeit muss das gewesen sein) hat sie das kaum lesbare Werk von Bachtin aufgegriffen, in Teilen zerschlagen und by the way die Theorie der Intertextualität geschaffen.
Unter dem Begriff Intertextualität werden prinzipiell alle Formen von Verweisen verstanden, die in einem Text auf einen anderen zu finden sind. Das können Zitate im Vorwort sein, Parallelen zu anderen Geschichten, Stilarten, Figuren etc pp.

Die Intertextualität hat im Rahmen der Literaturtheorie eine breite Spanne an Lesarten und Interpretationen erfahren; zusammengefasst ist diese Auflistung von Aspekten durch Gérard Genette, der diese in seinem Werk Palimpseste ausbreitet, ziemlich hilfreich. Hier die Auflistung, die bei Wikipedia dankenswerter Weise verständlich umrissen wurde.

1. Die Intertextualität selbst, das heißt „die effektive Präsenz eines Textes in einem anderen“ in Form von Zitaten (ausdrücklich deklarierte Übernahmen), Plagiaten (nicht deklarierten Übernahmen von Zitaten) oder Anspielungen (Aussagen, zu deren vollständigem Verständnis die Kenntnis des vorhergehenden Textes notwendig ist).
2. Die Paratextualität. Damit wird alles bezeichnet, was einen Text dezidiert einrahmt: Titel, Untertitel, Vorworte, Nachworte, Fußnoten usw., aber auch Gattungszuweisungen oder Prätexte wie Entwürfe und Skizzen zu Werken.
die Metatextualität, das heißt Kommentare, die wesentlich kritischer Natur sind und vor allem das Gebiet der Literaturkritik betreffen.
3. Die Hypertextualität. Hierbei handelt es sich um eine Weise der Überlagerung von Texten, die nicht die des Kommentars ist. Hypertextualität heißt, dass der spätere Text ohne den ersten nicht denkbar ist, wie es bei James Joyce‘ Roman „Ulysses“ (1922) der Fall ist, der ohne Homers „Odyssee“-Epos niemals entstanden wäre.

Übersetzung ins SEO-Sprech:

  1. Links, Content Spinning
  2. Author Tag, Meta-Description, Keywords
  3. Google

SEO und Intertextualität

Links sind im Online Marketing der Beweis für relevante Inhalte, könnte man meinen. Wie in der Wissenschaftskultur auch ist die Bereitschaft zum Verlinken respektive Zitieren allerdings auch immer mehr an bestimmte Autoritäten gekoppelt. Der Page-Rank Hype, der sich bis heute hält, kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Sub-Industrie mit Fokus auf Linktausch und -kauf die Qualität von Content meist unabhängig von der Quantität der Links versteht. AVZ, Spam-Bots etc. sind von Google zwar nicht erwünscht, werden aber nach wie vor genutzt. Infografiken werden haufenweise publiziert, haben jedoch selten mehr Substanz als ein schimmliges Toastbrot. Es gibt Millionen Blogs von selbsternannten Experten, die alle auf denselben Zug aufspringen, nachdem sie das vielversprechendste Trittbrett gefunden haben – dass das in Sachen Sujet auch in der Musik oft vorkommt, kann der Elvis unter den Kulturtheoretikern hübsch präsentieren:

Zizek: Radiohead – Karma Police

Das indirekte Verlinken, das in der Literaturwissenschaft zu massenhaften Publikationen geführt hat (Wer erkennt welchen Text in welchem Werk und findet Anhaltspunkte dafür, die ihn groß rauskommen lassen?) wird aufgrund der Komplexität des dazu notwendigen Algorithmus noch ein wenig dauern – erst dann allerdings besteht für qualitative Inhalte, die kopiert werden, jedoch die Chance auf unabhängige Anerkennung im Netz. Ein erstes Indiz für eine Entwicklung in eben diese Richtung dürfte die Hinzuziehung der social signals als Ranking-Faktor sein; die Gerüchteküche steht diesbezüglich ja schon lange nicht mehr still.

Bislang heißt es deshalb sowohl im Netz als auch bei der Arbeit mit dem geschriebenen Wort: netzwerken, boys and girls! In diesem Sinne: Bildet Banden. I ♥ social signals jedenfalls, wenngleich demnächst der Author-Trust an dieser Stelle gebasht wird.

{ 0 comments }

Local Online Marketing

Oktober 7, 2012

Google hat nach Informationen des Wall Street Journal vor, etwa ab Juli ein neues Konzept für Online Local Marketing zur Verfügung zu stellen. Besonders für KMU scheint das Programm eine tolle Alternative zur Beauftragung von Agenturen zu sein. Verschiedene Angebote sollen das Management von Social Media Marketing bis Search Engine Advertising stark vereinfachen und auch für Nicht-Profis praktikabel machen. Das Paket geht von dem erst letzte Woche eingeführten Google+ Local als Kernelement aus. Hier wird sich künftig der Knotenpunkt verschiedener Marketing Kanäle befinden. Eine Grafik, die das Wall Street Journal veröffentlicht hat, zeigt die Bausteine des Google Business Builder en detail:

Was genau aber kann man sich darunter vorstellen? Eine gute Erklärung der einzelnen Bestandteile bringt dieser Beitrag von Sebastian Socha. Zusammengefasst lässt sich vermuten, dass Google durch die Bereitstellung eines umfassenden Instrumentariums für KMU die Position seines sozialen Netzwerks Google+ sichern will. Von einer schlanken AdWords-Version, die sich auch neben dem Tagesgeschäft bespielen lässt bis hin zum Lieferservice, der allerdings noch in der Entwicklung steckt, will Google hier ein Rundum-Sorglos-Paket für KMU bieten. Müssen Agenturen und Werber jetzt also Angst vor´m Google Business Builder haben?

Frisst Google seine Kinder?

Wohl kaum. Schließlich sorgen diese Kinder für die Manifestierung diverser Google Produkte in der Online Welt. Viel mehr ist davon auszugehen, dass Google mit der Aktion Google Business Builder so mancher kritischer Stimme den Saft abdrehen will. Immerhin kam in diversen Foren und Blogs schonmal der Vorwurf auf, Google würde die Platzierung von KMU durch Bevorzugung großer Marken und Firmen mit großem Marketing Budget per se verhindern. Mit den neuen Werkzeugen für lokales Online Marketing spricht Google nun genau diese Gruppe an. Globale Spitzenplätze für Top Brands, lokale Chance für KMU?

Wider das Rankingfieber

Ich habe in einem Artikel zum Ranking Hype ja schon einmal darauf hingewiesen, dass Top Rankings zu heiß umkämpften Keywords KMU meist in Bezug zum realen Umsatzplus nicht unbedingt viel bringen. Für eine effektive Fokussierung und zur lokalen Kundenbindung vor Ort via Internet kann das Business Builder Programm von Google daher bestimmt einen Beitrag leisten und noch nicht wahrgenommene Potenziale aufzeigen. Ich bin gespannt, was die Tools können und wie die Präsenz von KMU bei Google+ ansteigen wird – lokales Online Marketing 2.0, zeig was du kannst!

{ 0 comments }

Das Pinguin Update, über das ich im letzten Artikel berichtet habe, hat einiges an bestehenden Linkbuilding-Regeln zerschmettert. Aber wie genau funktioniert nachhaltiger Linkaufbau nach dem Pinguin und worauf sollten Linkbuilder jetzt besonders achten?

Linkbuilding heißt jetzt Linkaufbau

Für mich als Geisteswissenschaftler ist es ja immer besonders spannend, wenn sich im Bereich SEO neue Wortschöpfungen mit neuen Techniken paaren lassen. Denn: de facto ist Linkbuilding tatsächlich von gestern, Linkaufbau hingegen nachhaltig und mit ein wenig mehr persönlichem Einsatz verbunden. Dass Links schon lange nicht mehr verschenkt werden und Bots, die Foren- und Kommentarfelder zuspammen immer schneller erkannt werden, hat dazu entscheidend beigetragen. Linkaufbau heißt also: technisches Know-How mit kreativen Ideen und analytischem Blick verknüpfen. Nach wie vor ist es wichtig, für erfolgreiches SEO die technischen Daten zu berücksichten. Eine Website mit einer Fülle von Backlinks wird ohne adäquate Meta-Description und vor allem relevanten Content nicht mehr weit kommen. Wenn Google also in der Lage ist, den Content auf den Websites selbst zu differenzieren, so ist davon auszugehen, dass auch die Links mittlerweile sehr genau differenziert werden können. Qualität vor Quantität wird immer wichtiger, weshalb auch der Linkaufbau in Zukunft ohne Netzwerker und Content Kings nicht mehr allzu gut funktionieren dürfte.

Linkaufbau in der Praxis

Eins sei vorab gesagt: Ich bin ein Fan von organischem Linkaufbau und glaube nicht so recht an die Zukunft von Black Hat Methoden. Die hier aufgeführten Strategien richten sich deshalb eher an Content Manager als an Linkbuilder, die eine bestimmte Zahl an Links generieren müssen, weil das so im Vertrag steht (egal wie widersinnig solche Ansätze beim Linkaufbau auch sein mögen). Hier also ein paar Regeln für erfolgreichen Linkaufbau nach dem Pinguin:

  • Recherche – welche Stimmungsmacher gibt es im Netz für die Themen, zu denen ich arbeite?
  • Netzwerken – genau zu diesen Menschen sollte ich Kontakt aufnehmen
  • Mehrwert schaffen – Gastartikel anbieten, die anders sind

Dass dieses Vorgehen durchaus Früchte tragen kann, beweisen Leute wie Saša Ebach nicht erst seit gestern. Das Problem: bis zum Pinguin haben auch graue bis dunkelgraue Methoden wunderbar funktioniert und insbesondere Erfolge in Echtzeit ermöglicht. Das Abstürzen vieler Sites beweist, dass diese Ära wohl abgeschlossen ist. Für Agenturen und In-House Seos geht es nun also vermehrt an die Konzeptarbeit und die Recherche nach passenden Nischen für die zu betreuenden Unternehmen. Die großen Plätze sind besetzt, gerade weil Google die Brands in den Rankings mehr und mehr bevorzugt. Das Credo „Bildet Banden!“ kann hier eine Chance sein, qualitativen Content zu vernetzen und so die eigenen Projekte nach vorn zu bringen. Vernetzt euch, sucht interessante Partner und vor allem: bietet besseren Content als die anderen! Nur so lässt sich langfristig Erfolg in den SERPs erzielen.
Merke: Origineller Content + Netzwerk = Branding der eigenen Projekte: Google likes it! Recherchieren und gutes Publizieren ist ein langer und aufwendiger, aber guter Weg, um dem Pinguin und allen anderen Tierchen, die noch kommen mögen, davonzuschwimmen. Linkaufbau mit ausgefeiltem Content Management – meine Zukunftsprognose für gute Rankings.

{ 0 comments }

Es gibt 2000 facebook Fans für 200$ zu kaufen, likes kosten weniger und shares vermutlich ein wenig mehr. Das Geschäft mit den Social Signals boomt und diverse Plattformen werben damit, dass die bei Ihnen gekauften Fans auch wirklich real sind. Facebook Fans als Prestige-Objekt? Natürlich machen sich steil steigende Kurven in Reportings immer besonders gut – ohne Mehrwert für die User bleibt die facebook Seite trotzdem tot.

Facebook Marketing: Nur ein toter Fan ist ein guter Fan?

Dass besonders im PR-Bereich die Angst vor einem realen Facebook-Managements weit verbreitet ist, bedarf keiner langen Erklärung. Shitstorms wie sie beispielsweise Nestlé erfahren hat machen deutlich, wie riskant unter Umständen eine Präsenz im Social Web sein kann. Gekaufte Fans reagieren meisten überhaupt nicht und sind einfach da, weshalb natürlich auch keine negative Kritik geäußert wird. Und wenn doch mal etwas kommt, kann man es ja einfach löschen.
Dabei eignet sich facebook als Plattform besonders für ein offenes Krisenmanagement. Der Kunde im 21. Jahrhundert weiß sehr wohl, dass bei Lieferung und Abrechnung mal etwas schiefgehen kann. Genau hier müssen Unternehmen aber damit aufhören, Kritik auf der facebook Page zu löschen. Vielmehr sollte man die Möglichkeit nutzen, über private Nachrichten direkt mit dem Kunden zu kommunizieren und beispielsweise durch ein anschließenden Anruf vom Kundenservice die Sache aus der Welt schaffen. Persönlich, direkt und transparent: auch bei Shit Storms lässt sich so zumindest das Gesicht wahren. Mit Kritik offen und professionell umgehen – das bringt sicherlich mehr als 2000 „Fans“, die sich weder an Aktionen beteiligen noch die Fan Page lebendig halten.

Facebook User wollen Action

Kataloge spammen und Selbstdarstellung sind nicht sexy. Auch nicht online und schon gar nicht bei facebook. Das soziale Netzwerk hat eine Kultur der kurzweiligen Unterhaltung geschaffen, die Mehrwert belohnt und Langeweile schlicht ignoriert. User Generated Content ist nur da zu holen, wo Anreize für das Engagement der Fans gesetzt werden. Gib deinen Fans ein Gewinnspiel und sie geben dir Feedback zu deinen Designvorschlägen für den nächsten Katalog. Gib Ihnen Videos und sie werden sie teilen. Gib ihnen Transparenz und du bekommst Glaubwürdigkeit. Auch hier hängt es wie in allen Bereichen des Online Marketings natürlich an der Qualität des Contents. Aber mal ehrlich: Gutschein-Aktionen oder Inhalte, die gern geteilt werden, sollten bei Kreativköpfen dieser Abteilungen eigentlich kein Problem sein. Dass aber bis auf ein paar Highlights großer Konzerne das facebook Marketing in good old Germany einiges nachzuholen hat, ist nicht als Nachteil, sondern als Chance zu begreifen. Hier können Unternehmen zeigen, was sie drauf haben und wie ernst es ihnen mit der Kundenbindung ist. Mehrwert und Aktionen, die im Gedächtnis bleiben: Kreativköpfe, traut euch! Als kleines Schmankerl hier mal ein Video zu Guerilla Marketing Aktionen, die super auf facebook Verbreitung fanden (Musik bitte ignorieren):

facebook – ganz oder gar nicht

Seiten, die keinen Spaß machen, sind auf facebook falsch. Bei wenig Ambitionen, neue Käufer in den Shop zu locken oder keinem Zeitbudget für kreative Arbeiten sollte man im Vorfeld klären, inwieweit eine facebook Fanpage überhaupt Sinn macht. Keine Seite ist in jedem Fall besser als eine langweilige Seite. Wie aber macht man Seiten spannend? Indem Geschichten erzählt werden und „Haben-Wollen“-Effekte generiert werden. Gutscheine will zum Beispiel jeder, Produkte testen auch und eine Veröffentlichung des eigenen Designvorschlags dürfte auch einige Reize mitbringen. Geschichten hat jedes Unternehmen zu erzählen. Hier kommt es sowohl auf die Form als auch den Inhalt an. Bei facebook lassen sich so etwa Fotostrecken mit Videos und kurzen Anekdoten, die mit Links angereichert sind bequem posten und verwalten. Achtet man dann auf die Kommentare und die tatsächlichen like-Zahlen, ist eine Optimierung der Seiteninhalte ein Kinderspiel.

Weshalb facebook Marketing nichts für Praktikanten ist

Besonders KMU sollen besonders gerne Praktikanten für die Betreuung der facebook Seiten einsetzen. Nichts gegen Praktikanten (bezahlt die guten Seelen doch mal): das Management einer facebook Seite verlangt jedoch ein so großes Maß an Know-How, dass dieses Vorgehen zurecht nur selten Früchte trägt. Unternehmenskultur, PR-Maßnahmen und technisches Know-How sowie analytisches Geschick sind bei der Pflege und Optimierung der facebook Präsenz gefragt. Auch ist eine langfristige Zuständigkeit von Vorteil, da mit der Erfahrung auch die präszise Planung von Maßnahmen hinsichtlich des Erfolgs zunimmt. Facebook Marketing ist daher nichts für Anfänger – sofern auf eine ernsthafte Kundenakquise und -bindung über diesen Kanal Wert gelegt wird.

Für alle, die noch skeptisch sind: hier eine Infografik mit US-Zahlen aus dem Jahr 2010 bezüglich der Nutzung von facebook. Wer sich jetzt noch fragt, ob Branding via facebook Marketing funktionieren kann, hat irgendwas nicht verstanden. 😉

{ 0 comments }